Schwimmen

Dienstag 30. März 2010, von Barbara Windisch // Sport

Ein Einblick in die Praxis: Schwimmunterricht der 3.Klassen
„Im 3. Schuljahr gehen wir schwimmen!“ Die meisten Kinder freuen sich, wenn sie diesen Satz hören. Denn fast alle Kinder planschen, schwimmen und spielen gern im Wasser.
Stolz berichten einige von „Seepferdchen“ - Abzeichen und Bronzenen Schwimmabzeichen, die sie schon erworben haben, bevor in der Schule der Schwimmunterricht beginnt. Und dass sie schon schwimmen können - aber noch nicht so ganz richtig. Andere fragen schüchtern, ob es denn schlimm wäre, wenn man noch nicht schwimmen können.

Am ersten Schwimmtag – bei uns traditionell seit vielen Jahren der Mittwoch – sind dann auch alle sehr aufgeregt. Der Bus bringt uns schnell in die Schwimmhalle und die Kinder, geduscht und im Badedress, dürfen ins kleine Nichtschwimmerbecken. Unter der Aufsicht der Schwimmlehrer gehen alle ins Wasser …und es wird schnell klar: das Wasser ist nicht jedem geheuer, auch wenn es nur bis zu den Knien reicht! Gesicht ins Wasser – warum das denn? Moment, da muss ich mir erst einmal die Nase zuhalten. Untertauchen - niemals!

Die Kinder zeigen ihr Bestes und werden in 3 Gruppen eingeteilt.

- In der ersten Gruppe werden in der ersten Zeit Spiele und Übungen zur Wassergewöhnung gemacht. Ziel ist es, Erfahrungen im Schweben, Tauchen, Auftrieb und Gleiten zu machen und sich dem Wasser anzuvertrauen. Ist dies mit und ohne Schwimmhilfen gelungen, geht es weiter mit dem Erlernen der Beinbewegung (Brustschwimmstil). Gleiten mit Beinschlag und erkennbarem Vortrieb ist das angestrebte Ziel. Dabei soll ein- und ausgeatmet werden.

-  In der zweiten Gruppe versammeln sich die Kinder, die bereits einen Brustschwimmstil mit Arm- und Beinbewegung zeigen. Sie lernen ihre Bewegungen gut zu koordinieren und regelmäßig zu atmen. Auch in dieser Gruppe werden Übungen zum Auftrieb, nun auch schon im tieferen Wasser des Schwimmerbeckens, durchgeführt. Halbschwimmer haben immer noch Angst vor tiefem Wasser, aber sie erobern sich das Medium und lernen sich darin zu Recht zu finden. Danach gibt es kein Halten mehr: Sprünge vom Rand – Sprünge vom Brett – die Kinder werden immer mutiger. Und nun klappt es auch mit dem langsamen, Kräfte sparenden Schwimmen: Abstoßen – Gleiten! Ein Erfolgserlebnis der besonderen Art.

Das Kind beherrscht die Schwimmtechnik – das „Seepferdchen“ (Sprung vom Rand – 25 m Schwimmen im 2,5 m tiefen Wasser und das Heraufholen 2er Ringe aus brusthohem Wasser) ist dann nur noch eine Frage der Übung. Inzwischen können die Kinder auch in Rückenlage schweben und mit Beinvortrieb schwimmen – es wird Zeit für einen Wechsel in die dritte Gruppe.

- Hier schwimmen bereits die Kinder, die den Schwimmstil sicher beherrschen. Hier werden die nächsten Ziele gesteckt: zunächst das bronzene Schwimmabzeichen, dann das silberne.
Im Jugendschwimmpass stehen die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Und es wird fleißig trainiert.

Das Prinzip der drei Gruppen mit fließendem Übergang hat sich bewährt.

Jedes Kind wird entsprechend seinem Entwicklungstand weiter gefördert und gefordert Unsere Kinder sind motiviert, haben Freude und zeigen Leistung. Und das motiviert auch uns – die Schwimmlehrer – immer wieder.

P. Knieper

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